Sonntag, 3. November 2013

Von der Seele schreiben

Oh hallo Limit...hab ich dich also wieder erreicht! Es geht nun schon der 7 Tag bzw. Nacht zu Ende, in der Theo mitten in der Nacht schreiend aufwacht und sich nicht mehr beruhigen lässt. Selbst ein Wechsel in das elterliche Bett bringt keinen Erfolg. Das Gebrüll geht unaufhörlich weiter und ich spüre Nacht für Nacht, wie sich mein Körper verkrampft und die Wut meine Beine hochklettert.

Seit Theo das Licht der Welt erblickt hat, gab es noch keine EINZIGE Nacht, in der ich nicht 4-5 mal aufstehen musste. Manchmal muss ich 8-10 mal zum Zwerg in das Zimmer rein, um ihn zu beruhigen. Er wird nun 8 Monate alt und ich brauche wohl nicht zu erklären, dass mein Körper nun mittlerweile streikt und jeder Tag aufs neue ein wahrer Balanceakt für mich ist.

Woher nehme ich heute die Energie um meinen Sohn einen ganzen Tag lang zu entertainen?
Die Lehrbücher habe ich alle mittlerweile von meinem Nachtkästchen verbannt. Ich habe keine Lust mehr zu lesen, dass Kinder in Theos Alter zumindest 5 Stunden am Stück schlafen können (laut Literatur 80% der über 6 Monate alten Babys). Was ist mit den restlichen 20% die das nicht können? Warum steht über die nichts geschrieben??? Würde mein Kind brav schlafen in der Nacht, müsste ich das Kapitel "Schlaf" erst gar nicht nachschlagen in den ganzen schlauen Büchern.

Seit Monaten ändere ich im 2 Wochen Rhythmus die Strategie (der Biorhythmus eines Babys beträgt max. zwei Wochen, um Veränderungen zu verinnerlichen) und forsche Tag für Tag nach neuen Methoden, um Theo die Nächte zu erleichtern und um selbst wieder 100% am Leben teil nehmen zu können. Das ist eine absolut frustrierende Sache, die unseren Alltag momentan ziemlich überschattet.

Nörgeln ist nicht meine Art, doch derzeit befinde ich mich in einem Ausnahmezustand, in dem ich Seiten an mir entdecken, die ich lieber im Verborgenen halten würde. Wenn ich mal wieder zwei Stunden an Theos Bettchen hänge, ich meinen Körper nicht mehr spüre und die unmöglichsten Positionen einnehme, um Theo eine Einschlafhilfe zu sein kommt es leider vor, dass ich böse werde.

Ich habe dann einen scharfen Ton und bin nicht mehr im Stande sanft mit meinem Baby zu sprechen. Aus lauter Frustration platzen die Tränen aus mir raus oder ich lasse einen lauten Schrei aus, der sich in dem kurzen Moment furchtbar befreiend anfüllt. Leider hat Theo diese Szene 2-3 mal mitbekommen und vor lauter Schreck noch mehr zum Brüllen angefangen und wahrscheinlich die Welt nicht verstanden. Sollte ich doch diejenige sein, die ihn beschützt und in den Armen wiegt, wenn es ihm nicht gut geht. Doch zeitweise schaffe ich das nicht und dann blutet mein Mama Herz doppelt!

Ich schäme mich dann für meine "Auszucker" und frage mich oft, welches Bild das Y-Chromosom von mir haben muss, wenn ich so mit unserem Sohn umgehe und ich beispielsweise Abends, wenn er von der Arbeit heim kommt, ich ihm das Kind in die Hand drücke und sage:"Ich möchte Theo den restlichen Abend weder sehen noch hören!" Meistens ist Theo dann wie ausgewechselt wenn sein Vater zuhause ist und ich noch mehr Schuldgefühle bekomme. Ist er nur bei mir unentspannt und unausgeglichen?

Ich bin in den Nächten wütend auf mein Kind und zeitweise auch auf meinen Mann. Der natürlich für diese Situationen auch nichts kann, doch wie sehr eifere ich seinem Talent nach, seelenruhig zu schlafen obwohl unser Sohnemann quasi das gesamte Bett einnimmt und uns nur noch gefühlte 10 cm Matratze zum Schlafen übrig bleiben. Macht er sich morgens dann für die Arbeit zurecht und verlässt das Haus, bin ich wütend, dass ich mit den Sorgen untertags alleine gelassen werde. Doch ich tue ihm natürlich unrecht und allen voran unserem Sohn.

Wie sieht also meine Strategie für die kommende Nächte aus? Ich habe keine, daher schreibe ich mir den verdammten Mist hier von der Seele.  Ich bitte um keine Ratschläge, wie gesagt, es gibt nichts was ich mittlerweile nicht schon versucht habe, aber vielleicht ein paar mentale "Ohh du armer schwarzer Kater" würden mir gut tun :)

Danke fürs zuhören!
Sieht friedlich aus, ist es aber nicht!


Kommentare:

  1. Es ist eine verdammt harte Zeit, die du jetzt durchlebst :-(. Du stößt an deine psychischen und auch physischen Grenzen und dabei lernst du seiten von dir kennen, die dich verunsichern und die dich am " perfekten mutter sein" zweifeln lassen. ABER DU BIST EINE TOLLE MUTTER! Alles wird gut und von dieser schwierigen zeit kannst du deinem erwachsenen sohn dann mit einem Lächeln im Gesicht erzählen. Hdl knutscher

    AntwortenLöschen
  2. Du bist nicht allein :-) ich war auch so, wobei ich sagen muss mein Kind hat ab 3 Monaten durchgeschlafen, der wird sich gedacht haben meine Mutter ist ein Nerverl bei der muss ich aufpassen ;-) Gott sei Dank vergeht alles, auch wenns für Dich jetzt nicht so ausschaut, Kopf hoch :-)

    AntwortenLöschen
  3. Danke für die süßen kommentare :) Habe jetzt schon ein paar Hilfsangebote bekommen hihihi

    AntwortenLöschen
  4. fühle, wenn auch etwas verspätet, mit dir.. aber du bist wirklich eine tolle mama und wirst auch diese schwierige phase gemeinsam mit deinen männern meistern :) kopf hoch u. fühl dich gedrückt, knutscha

    AntwortenLöschen